Studie über das Rote Meer weckt Hoffnung für die Zukunft
Von Alex Brylske
Pressemitteilung
Taucher erkennen das Rote Meer als einen der lebendigsten Unterwasserorte der Welt an, berühmt für seine gesunden Riffe und die farbenprächtige Meeresfauna. Neue Forschungsergebnisse geben nun Aufschluss darüber, wie einige Korallenarten mit einem wärmeren Klima zurechtkommen könnten – und die Ergebnisse sind gleichermaßen hoffnungsvoll und ernüchternd.
Ein Forscherteam der Ohio State University, des Centre Scientifique de Monaco und der Universität Konstanz untersuchte Stylophora pistillata (allgemein als Haubenkoralle oder Glatte Blumenkohlkoralle bekannt), eine im gesamten Roten Meer verbreitete verzweigte Koralle. Diese Koralle, die für ihre Bleichresistenz bekannt ist, fasziniert Wissenschaftler schon lange, die hoffen, dass sie Hinweise darauf liefert, wie Riffe den steigenden Meerestemperaturen standhalten könnten.
In einer kontrollierten sechsmonatigen Studie wurden Bienenvölker Temperaturen ausgesetzt, die den Klimaprognosen für das Ende dieses Jahrhunderts entsprachen: 27,5 °C (81,5 °F) und 30 °C (86 °F). Zum Vergleich: Gesunde Korallen wurden bei der heutigen Durchschnittstemperatur von 25°C (77°F) gehalten.
Die Ergebnisse? Alle Korallen überlebten – aber sie gediehen nicht. Bei einer Temperatur von 27,5 °C (81,5 °F) wuchsen die Kolonien 30 % weniger als die Kontrollkolonien, während sie bei einer Temperatur von 30 °C (86 °F) um 70 % schrumpften. Auch ihr Stoffwechselbedarf stieg, was bedeutete, dass die Korallen härter arbeiten mussten, um überhaupt überleben zu können.
Zu Beginn des Experiments zeigten die Korallen nur geringe Stresssymptome, was auf ein kurzfristiges Zeitfenster der Widerstandsfähigkeit hindeutet. Im Laufe der Monate verlangsamte sich ihr Wachstum jedoch deutlich. Obwohl sie Gewebe- und Energiereserven beibehielten, ging dies mit einer Verringerung des Skelettaufbaus einher, der für das Riffwachstum und die Komplexität des Lebensraums von entscheidender Bedeutung ist.
Als die Temperaturen für einen Monat wieder auf 25°C (77°F) gesenkt wurden, erholten sich die Korallen teilweise, erlangten ihre Pigmentierung zurück und zeigten Anzeichen einer metabolischen Heilung. Allerdings konnten sie das während der heißen Monate verlorene Wachstum nicht wieder aufholen. Wie ein Forscher sagte: „Für Korallen ist das Überleben sicherlich das Wichtigste, aber wenn sie physiologisch beeinträchtigt sind, können sie das nicht ewig durchhalten.“
Für Taucher unterstreicht diese Studie sowohl die Widerstandsfähigkeit als auch die Zerbrechlichkeit von Riffen. Die gute Nachricht ist, dass einige Korallen, wie beispielsweise jene aus dem nördlichen Roten Meer, Perioden von Hitzestress überstehen können, die anderswo Riffe zerstören würden. Die ernüchternde Nachricht ist, dass Überleben ohne Wachstum zu schwächeren Riffstrukturen, weniger Lebensraum für Meereslebewesen und letztendlich zu einer geringeren Artenvielfalt führt.
Wenn Riffe ihre Fähigkeit verlieren, zu wachsen und ihre Struktur zu erhalten, werden die Folgen nicht nur die Fische und Wirbellosen betreffen, die Taucher gerne beobachten, sondern auch die Menschen, die für ihre Ernährung, den Tourismus und den Küstenschutz auf die Riffe angewiesen sind.
Forscher schlagen vor, dass Naturschutzbemühungen Gebiete priorisieren sollten, in denen bereits natürlich widerstandsfähige Korallen vorkommen, wie beispielsweise Teile des Roten Meeres. Durch den Schutz dieser „Hotspots“ können die Verantwortlichen die Überlebenschancen der Riffe in der Zukunft verbessern. Die Einrichtung von Schutzgebieten könnte die Ökosysteme sichern, die am ehesten das Potenzial haben, sich in den kommenden Jahrzehnten als „Riffe mit hoher Überlebenswahrscheinlichkeit“ zu etablieren.
Als Taucher erleben wir die Veränderungen des Ozeans hautnah mit. Diese Studie dient als Mahnung, dass selbst die stärksten Korallen nicht unverwundbar sind. Auch wenn sie wärmeren Gewässern standhalten können, könnte die langfristige Perspektive dennoch von schrumpfenden Kolonien und reduzierten Rifflandschaften geprägt sein.
Jeder Tauchgang und jede Entscheidung, die wir treffen – ob es um die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, die Unterstützung eines riffschonenden Tourismus oder die Teilnahme an Naturschutzmaßnahmen geht – zählt. Der Schutz von Riffen wie denen im Roten Meer kann dazu beitragen, dass auch zukünftige Generationen von Tauchern noch blühende Korallenökosysteme erkunden können.
Die vollständige Studie, die in Science for the Total Environment veröffentlicht wurde, können Sie hier herunterladen: full research study











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