Alle Taucher wieder nach Hause bringen

Maßnahmen und Schulungen zum Schutz der Tauchteams der öffentlichen Sicherheit

 Artikel von Thomas Powell

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1 – Die richtige Einstellung beim ersten Anruf

Für ein neues Teammitglied ist der erste Einsatz im realen Leben unvergesslich. Stundenlanges Training, die Kameradschaft mit den Teamkollegen und die Vorfreude darauf, endlich seine Fähigkeiten einsetzen zu können, überfluten einen. Doch das Kribbeln im Bauch kann die Realität nicht verdecken: Du bist nicht Superman.

Taucheinsätze sind keine Poolübungen. Sie sind unberechenbar, oft chaotisch und selten ideal. Der Versuch, jede Aufgabe selbst zu übernehmen, führt nur zu Erschöpfung und Fehlern. Der Erfolg hängt von Teamarbeit ab. Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Kollegen die Arbeitslast teilen, die Verfahren einhalten und methodisch vorgehen.

Genauso wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass die meisten Taucheinsätze der öffentlichen Sicherheit keine Wettkämpfe sind. Sofern keine klare und unmittelbare Bedrohung für das menschliche Leben besteht, spielt die Zeit für Sie. Eile führt zu Unfällen. Nehmen Sie sich Zeit für die Planung des Einsatzes, bereiten Sie die Ausrüstung vor und kommunizieren Sie klar. Unter Wasser sind Geduld und Ruhe unerlässlich, insbesondere in Schwarzwasserumgebungen, wo Taucher in der Dunkelheit „gegen Drachen kämpfen“.

Wenn Stress aufkommt, verlangsamen Sie Ihre Atmung und kommunizieren Sie mit Ihrem Pflegepartner. Wenn die Angst überhandnimmt, tauchen Sie sicher auf und lassen Sie einen anderen Taucher einsteigen. Es ist keine Schande, seine Grenzen zu erkennen. Bei Tauchen im Bereich der öffentlichen Sicherheit handelt es sich um Teamarbeit, nicht um einen Wettstreit der Tapferkeit.

Planning

2 – Lernen aus Erfahrung und Mentoring

Jedes Tauchteam hat seine „alten Hasen“, die erfahrenen Mitglieder, die schon unzählige Einsätze hinter sich haben.
Beobachten Sie sie genau. Ihre Gewohnheiten, von der Art und Weise, wie sie ihre Ausrüstung präsentieren, bis hin zum Umgang mit Stress, sind das Ergebnis jahrelanger Versuche und Irrtümer.

Holen Sie sich nach einer Mission ihren Rat ein. Was machen sie anders? Aus welchen Fehlern haben sie gelernt? Beim Tauchen im Bereich der öffentlichen Sicherheit lernt man oft mehr durch Misserfolge als durch Erfolge, und die Weisheit der Erfahrung kann jüngere Taucher davor bewahren, kostspielige Fehler zu wiederholen.

Vor allem sollten Sie verstehen, dass es völlig in Ordnung ist, bei den ersten Anrufen überfordert zu sein. Wenn Sie verwirrt sind, treten Sie beiseite, beobachten Sie und helfen Sie auf eine Weise, die den Betriebsablauf nicht stört. Mit der Zeit, durch Wiederholung und Mentoring, wird das Chaos einen Sinn ergeben und Sie werden eines Tages selbst zum Mentor, der der nächsten Generation von Tauchern hilft.

3 – Kapselung und Schulung zur essentiellen Ausrüstung

Die richtige Einstellung allein genügt nicht. Sicherheit erfordert ein Training mit der richtigen Ausrüstung in den rauen Umgebungen, in denen Taucher für die öffentliche Sicherheit tätig sind.

Die Verkapselung ist die Grundlage. Taucher müssen für das Arbeiten mit Trockentauchanzügen, Vollgesichtsmasken, Hauben, Stiefeln und Trockenhandschuhen ausgebildet sein. Diese Systeme schützen vor verunreinigtem Wasser, Chemikalienbelastung und biologischen Gefahren. Freizeittaucher können sich im Rahmen von SDI mit Trockentauchanzug- oder Vollgesichtsmaskentraining vertraut machen, aber die Beherrschung auf operativem Niveau wird durch ERDI-Programme erreicht, die sich auf missionsspezifische Bedürfnisse konzentrieren.

Die Verkapselung gewährleistet zudem, dass Taucher ihrer Ausrüstung vertrauen können. Es ist von entscheidender Bedeutung zu wissen, wie man Ausrüstung unter Stress anlegt, einstellt und Fehler behebt. Ein Taucher, der bei Nullsicht mit dem Maskenband hantiert, hat bereits wertvolle Zeit und Sicherheitsreserven verloren.

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4 – Strukturiertes Training: Fähigkeiten entwickeln, die Teams am Leben erhalten

Durch Schulungen werden aus Freiwilligen schlagkräftige Teams. Der ERDI-Kurs Emergency Response Diver 1 (ERD 1) führt Taucher in das Einsatzumfeld, Bergungsmethoden, Planungsverfahren und teambasierte Simulationen ein. Es schließt die Lücke zwischen Freizeitfertigkeiten und den Anforderungen realer Einsätze.

Von dort aus muss die spezialisierte Ausbildung die lokalen Gegebenheiten berücksichtigen. Teams, die in der Nähe von Flüssen oder starken Strömungen operieren, benötigen möglicherweise eine ERD-Schnellwasserausbildung. Teams, die auf Boote angewiesen sind, benötigen möglicherweise ERD Small Boat Operations. Gemeinden, die Großveranstaltungen ausrichten, können von ERD-Gefahrenanalyse-Schulungen profitieren. Durch maßgeschneiderte Schulungen wird sichergestellt, dass die Taucher im Ernstfall nicht erst improvisieren müssen, sondern bereits einstudierte Abläufe ausführen.

Jedes Team muss jedoch eine ERD-Schulung zum Umgang mit kontaminiertem Wasser absolvieren. Alle Taucher im Bereich der öffentlichen Sicherheit müssen davon ausgehen, dass jedes Gewässer kontaminiert ist, bis das Gegenteil bewiesen ist. Das Erlernen korrekter Dekontaminationsverfahren – das Reinigen der Ausrüstung, das sichere Ausziehen der Schutzanzüge und die Vermeidung von Kreuzkontaminationen – kann den Unterschied zwischen einer sicheren Mission und langfristigen Gesundheitsproblemen ausmachen.

Schließlich krönen fortgeschrittene Teams ihre Entwicklung oft mit dem Emergency Response Diver 2 (ERD 2), einem Programm, das alle zuvor erlernten Fähigkeiten in Worst-Case-Szenarien integriert. ERD 2 fordert Teams heraus, Abläufe zu optimieren, Vertrauen zu festigen und sich auf Missionen vorzubereiten, bei denen Scheitern keine Option ist.

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5 – Kontinuierliche Weiterbildung und Kompetenzerhaltung

Eine unumstößliche Wahrheit beim Tauchen: Ohne Übung schwinden die Fähigkeiten schnell. Teams können sich nicht nach ein paar Kursen als „bereit“ betrachten. Regelmäßige Trainingszyklen sind unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, das Urteilsvermögen zu schärfen und den Problemlösungsinstinkt zu bewahren.

Eine Schwachstelle im Training kann einen ganzen Einsatz gefährden. Um dies zu verhindern, empfiehlt ERDI, dass für je vier Teammitglieder mindestens ein Teammitglied als ERD-Supervisor ausgebildet wird. Diese Führungskräfte sind für die Planung von Übungen oder Fortbildungen verantwortlich und gewährleisten die Einsatzbereitschaft.

Taucher im Bereich der öffentlichen Sicherheit müssen ständig für Worst-Case-Szenarien trainieren, denn nur durch diese Vorbereitung lässt sich das Risiko minimieren, wenn es zu echten Notfällen kommt.

6 – Sicherheit am Einsatzort und Risiko vs. Nutzen

Kein Einsatz beginnt im Wasser – er beginnt am Einsatzort. Jedes Teammitglied ist ein Tauchsicherheitsbeauftragter, verantwortlich für das Erkennen von Gefahren, das Äußern von Bedenken und die Ablehnung unsicherer Praktiken.

Manchmal bedeutet das, den Einstiegspunkt zu ändern, eine Operation zu verschieben oder sogar einen Tauchgang ganz abzusagen. Kein Beweisstück, kein Fahrzeug und keine Bergung sind das Leben eines Tauchers wert.

Die Risiko-Nutzen-Analyse muss konstant erfolgen. Wenn die Beweislage für die Rechtsprechung nicht ausschlaggebend ist, die Tauchbedingungen aber gefährlich sind, ist der Tauchgang möglicherweise nicht gerechtfertigt. Im Zweifel geht Sicherheit vor. Es ist weitaus besser zu erklären, warum kein Tauchgang versucht wurde, als die Konsequenzen des Verlusts eines Teammitglieds zu tragen.

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7 – Die Rolle der richtigen Ausrüstung und Wartung

Das Training bereitet die Taucher vor, die Ausrüstung unterstützt sie dabei. Die Teams müssen die Ausrüstungskonfigurationen standardisieren, damit jeder Taucher genau weiß, wo er Werkzeuge und Notfallsysteme an der Ausrüstung eines Teamkollegen findet. Schaltblöcke, stabile Verbindungsleinen, Sonarsysteme und robuste Dekontaminationsanlagen sind allesamt unerlässlich.

Ebenso wichtig ist die regelmäßige Wartung der Geräte. Die Ausrüstung der öffentlichen Sicherheit ist den schlimmsten vorstellbaren Bedingungen ausgesetzt, von chemischen Schadstoffen bis hin zu scharfen Trümmerteilen. Regelmäßige Wartung verhindert, dass kleine Probleme unter Wasser zu katastrophalen Ausfällen führen.

Abschluss: Sicherheit geht vor allem

Beim Tauchen für die öffentliche Sicherheit geht es nicht um Heldentum oder Schlagzeilen – es geht um Disziplin, Vorbereitung und Teamarbeit. Die Mission mag die Bergung von Beweismitteln, die Bergung von Leichen oder die Gefahrenbeurteilung sein, aber das eigentliche Ziel bleibt immer gleich: Jeder Taucher muss sicher nach Hause zurückkehren.

Durch die Inanspruchnahme von Mentoring, die Verpflichtung zu kontinuierlicher Weiterbildung, das Verständnis von Risiko und Nutzen sowie die Aufrechterhaltung von Ausrüstung und Disziplin können Tauchteams Risiken reduzieren und Ergebnisse verbessern. Die Gemeinden sind auf die Taucher der öffentlichen Sicherheit angewiesen, aber diese Taucher müssen sich gegenseitig verlassen können, um ihre Einsätze zu überleben.
Sicherheit ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis von Vorbereitung.

Bereitet euch auf den schlimmsten Fall vor, arbeitet als Team und habt immer die sichere Heimkehr jedes Tauchers oberste Priorität.

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